Guide: Als Digitaler Nomade in den Philippinen - Smart Nomad Life

Guide: Als Digitaler Nomade in den Philippinen


Die Philippinen. Ein Hotsport für Digitalen Nomaden oder doch eher zweite Wahl für den location independent lifestyle? Ich würde sagen ein Zwischending mit großem Potential für Nomaden, das allerdings ein wenig mehr Vorbereitungen bedarf, als andere Orte. Wer die Reise antritt, der wird aber belohnt durch die beeindruckende Schönheit des Landes, atemberaubende Gegenden, eine lebhafte und interessante Kultur und liebenswert offene Menschen vor Ort.

Belebte Straße Downtown Cebu


Die Entscheidung 

Chiang Mai ist für Digitale Nomaden so ziemlich der perfekte Ort zum Leben und Arbeiten. Aber manchmal muss man dennoch raus, neue Eindrücke sammeln, das Network vergrößern, den Horizont erweitern oder einfach nur einen Visa Run machen. Deshalb entschieden wir uns im Juni spontan, Chiang Mai für eine Zeit zu verlassen. Anfang Juli war es dann soweit - von Bangkok aus ging es los über Manila nach Davao.

Die erste Überraschung wartete bereits am Flughafen in Bangkok – um in die Philippinen einreisen zu können, muss man ein Ausreiseticket vorlegen können. Der Profi unter den Nomaden hat für solche Fälle ein „Fake Ticket“ (z.B. über FlyOnward) vorbereitet, unsere Vorbereitung war allerdings eher durch die verkaterten Nachwirkungen der Kao San Road in Bangkok geprägt und von daher weniger optimal. Nachdem wir also spontan Rücktickets gebucht hatten, konnte die Reise losgehen.

Der recht kurzfristig gebuchte 180€ teure Flug führte uns über Manila nach Davao. Leider mussten wir feststellen, dass Davao keineswegs so perfekt für Nomaden ist, wie ursprünglich gedacht, sodass wir nach nur einem Tag weitergeflogen sind nach Cebu.


Davao, Cebu, Manila oder doch Palawan?

Also - welcher Ort ist der Beste, der Günstigste, wo lässt es sich am einfachsten leben? Mal abgesehen von der Tatsache, dass wir uns fehlentschieden hatten im Vorfeld war uns aber auch bei den Recherchen schon klar, dass es nicht so einfach werden würde wie in Thailand. Das Internet schien überall furchtbar langsam zu sein und die Sicherheit ist im gesamten Land eher fragwürdig. Außerdem ist der Juli mitten in der Taifun Saison.

Manila

Die Hauptstadt Manila hat den Ruf, groß, dreckig und laut zu sein. Der Verkehr dort ist kompletter Wahnsinn und die Sicherheit schlechter, als z.B. in Cebu und Davao. Wen das nicht stört, für den ist Manila eine gute Option zum digitalen Arbeiten.

Palawan

Wunderschöne und traumhafte Strände und Orte, aber zum ernsthaften Arbeiten wohl eher nicht der perfekte Ort. Ebenfalls was die Sicherheit betrifft deutlich schlechter als Cebu und Davao.

Davao

Hat Potential, eine Nomaden Hotspot zur werden, noch ist es aber zu früh. Das mobile Internet in Davao war teilweise selbst für die Nutzung von Google Maps auf dem Smartphone zu langsam und da Westler dort eher selten anzutreffen sind, ist man eher schlecht auf uns vorbereitet. Es war unglaublich schwierig Unterkünfte zur Miete auf monatlicher Basis zu finden. Das endgültige Aus für Davao als Aufenthalt war dann aber der Coworking Space Dreamworks – für uns wirklich keine Option. Klein, von außen heruntergekommen, leer und die umliegende Gegend äußerst schäbig und ohne gute Optionen um essen zu gehen oder einzukaufen.

Für rein touristische Zwecke ist Davao aber sicher ein toller Ort mit den faszinierenden Stränden in der Gegend. Für Nomaden aus meiner Sicht aktuell nur eingeschränkt geeignet. Auch wenn sich ein paar Nomaden Grüppchen dort gebildet haben und ein paar in der Szene bekannte Gesichter (Empire Flippers) dauerhaft dort leben – eine echte Community gibt es dort nicht. Wer Davao in Betracht zieht, dem sei auch dieser englischsprachige Guide empfohlen.

Eine Tatsache, die uns sofort aufgefallen ist: mein 2m großer Kumpel aus Holland und ich waren eine Attraktion. Wir wurden auf eine freundlich faszinierte Art begafft und uns wurde gewunken, das öffentliche Leben stand ein wenig still, wenn man uns sah. Sehr ungewohnte Erfahrung!

Cebu

Unser Favorit. Auch wenn die Gegensätze zwischen Arm und Reich wie im gesamten Land groß sind, hier findet jeder den Lebensstil, der seinem Budget entspricht. Wer möchte, findet eine gute Infrastruktur an internationalen Restaurants, Malls und Services. Das Internet ist das schnellste in den Philippinen – ABER immer noch furchtbar. Das mobile Netz schwankt zwischen nicht nutzbar für Google Maps und schnell genug für Skype Calls. Wir haben im IT Park eine Unterkunft gefunden – mit 580€ pro Monat alles andere als ein Schnäppchen. Einigermaßen vernünftige Apartments gibt es ab ca. 350€, allerdings werdet Ihr überall auf das Problem stoßen, dass nur Langzeitmieter erwünscht sind. Cebu hat eine größere Expat Community, auch vereinzelte Nomaden und Nomadengrüppchen sind hier anzutreffen.

Blick auf ein buntes Viertel von Cebu von den nordwestlichen Hügeln der Stadt aus


Wie teuer ist es in den Philippinen?

Details dazu gibt es auf Nomadlist und Numbeo. Wir hatten uns ausgerechnet, mit einem monatlichen Budget von ca. 1100€ als Digitale Nomaden auszukommen, lagen damit allerdings gewaltig schief. Grund dafür war teils unsere nicht perfekte Vorbereitung, die Fehlentscheidung erst nach Davao zu gehen bevor wir nach Cebu geflogen sind und nicht zuletzt die Tatsache, dass es dort gefährlich einfach ist, westliche Produkte zu westlichen Preisen zu erhalten. Unser 5-Sterne-Luxus Apartment und der gute Lebensstil haben die Ausgaben letztendlich etwa verdoppelt. Es geht aber definitiv auch günstiger, aber eben nicht so einfach wie an anderen Orten wie z.B. Thailand oder Vietnam. Wer auf eine Nomaden Community und westlichen Standard verzichtet, kann hier theoretisch überall im Land an wunderschönen Orten für 400€ im Monat leben. Als Durchschnittsausgaben für Expats werden im Internet ansonsten in den größeren Städten meist ca. 900€ monatlich genannt. An sich ist alles sehr günstig, lediglich das enorm schlechte Preis/Leistungsverhältnis bei Unterkünften wird Euch im Gegensatz z.B. zu Thailand ein wenig die Kalkulation vermiesen.

Das Durchschnittseinkommen studierter Angestellte liegt in den Philippinen übrigens in der Größenordnung von 250-500€ monatlich – also auch von der Summe kann man offensichtlich leben.


Und die Sicherheit?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Philippinen wirklich nicht der sicherste Ort für Westler sind. Hält man sich an ein paar Grundregeln und meidet bestimmte Orte, ist es aber aus meiner Sicht nicht gefährlich. Ohnehin ist man als Digitaler Nomade ja nicht unbedingt naiv und hat gewisse Vorerfahrungen. Wir haben uns nie unsicher gefühlt, waren allerdings auch selten in richtig schlechten Gegenden unterwegs. Wenn man sich klug verhält, nachts nicht betrunken ein leichtes Ziel abgibt und die schlechten Gegenden mit dem Taxi durchfährt, ist es nicht unsicherer als in Frankfurt oder New York. Unbedingt beobachten sollte man die politische Lage, der aktuelle Präsident Rodrigo Duterte fährt einen harten Kurs gegen alles Westliche und schränkt die Rechte von Touristen immer weiter ein. Auch der Territorialkonflikt mit China ist zu beachten (Stand 09-2016), die aktuelle Lage ist äußerst angespannt. Zusätzliche Informationen gibt’s auch immer auf der Website des Auswärtigen Amtes.
Auffallen werden Euch die vielen Sicherheitsleute, in den normalen bis besseren Gegenden gibt es so gut wie kein Hotel, Apartmenthaus, Geschäft oder Cafe, das nicht von bewaffneten Sicherheitsleuten bewacht wird.


Visa Situation in den Philippinen

Die Visa Situation in den Philippinen ist sehr Nomaden freundlich. Auch Overstays werden bei Weitem nicht so hart bestraft, wie zum Beispiel in der Nomadenhochburg Thailand. Lediglich ein Rückticket muss bei Einreise bereits vorliegen, ansonsten könnt Ihr als deutsche Staatsbürger bei Einreise die kostenfreie Visa-on-Arrival Option wählen, die Euch einen 30 tätigen Aufenthalt als Tourist gewährt. Auch Verlängerungen vor Ort auf insgesamt maximal 59 Tage sind gebührenpflichtig möglich.


Sprache

Ihr werdet erstaunt sein, wie gut die Locals Englisch sprechen. Anders als in anderen asiatischen Ländern, werden Ihr sogar mit Taxifahrern und Straßenverkäufern einfache Gespräche auf Englisch führen können.


Locals

Die Locals sind super freundlich aufgeschlossen und interessiert. Bedingt durch die Geschichte der Philippinen ist nicht nur das Äußere der Filipinos spanisch geprägt, sondern auch die Kultur und ihr Charakter. Ihr werdet offenen, fröhlichen, glücklichen Menschen begegnen, die sich von Herzen freuen, Eure Bekanntschaft zu machen. Nirgendwo ist es einfacher, Locals kennenzulernen, sei das auf der Straße, im Club unterwegs oder wer mag per Dating App. Mein Tipp: Tinder Pro eine Woche vor Ankunft mit Location in den Philippinen aktivieren und die Matches nach Ausgehtipps und Tipps zu Wohnen, Leben und Reisen fragen. Ihr werdet erstaunt sein, was für gute Infos Ihr auf diese Art erhaltet und auch, was für nette Menschen Ihr auf die Art kennenlernen werdet, die sich freuen, Euch Ihre Heimat zu zeigen. Es hat ein wenig etwas von der Couchsurfing Mentalität von vor 10 Jahren und im Endeffekt entscheidet Ihr, was Ihr aus den Kontakten macht. Unabhängig vom Ruf der verwendeten Plattform. Alles kann, nichts muss.

Allgemein werdet Ihr feststellen, dass gefühlt jeder studierte Local im Bereich Call Center Agents und Customer Service arbeitet. Nicht uninteressant evtl. auf für Nomaden, die auf der Suche nach Unterstützung durch Virtuelle Assistenten sind!


Das philippinische Essen

Typisches Mitagessen aus einem lokalem Restaurant.
Die philippinische Küche hat keinen guten Ruf – meiner Meinung nach komplett zu Unrecht. Klar, das erste was man sieht, sind Straßenstände, die primär fettiges Essen und Mengen an Schweinefleisch in allen Variationen verkaufen. Auch die Affinität der Locals zu Fast Food nach amerikanischem Vorbild ist sehr hoch und steigt weiter an. Aber es gibt noch viel mehr als das! Mein Favorit ist Bicol Express – ein Eintopf aus Hühnchenfleisch und langen grünen Chillis mit Knoblauch, Zwiebeln und Kokosnuss Milch, der mit Reis gegessen wird.
 Als nächtlicher Snack nach einer Party intensiven Nacht empfiehlt sich Pork Siomai, ein aus der chinesischer Küche stammender  Snack mit viel Knoblauch!

Was Ihr aber unbedingt probieren solltet, sind frische Früchte von den unzähligen kleinen Obstständen überall im Land.

Obststand in einem lokalen Viertel neben dem IT Park in Cebu
Wie immer gilt auch hier: schnappt Euch ein paar Locals und lasst Euch zeigen, was gut ist!

Lasst aber in jedem Fall die Finger vom Fastfood der Kette Jojlibee - das schmeckt den Filipinos zwar besonders gut, ist aber geschmacklich eher unerträglich und taugt nicht mal als nächtlicher Drunk Food Snack.


Der beste SIM Provider in den Philippinen

Das hängt davon ab, in welcher Stadt Ihr landet. Grundsätzlich haben SMART und Globe die beste Netzabdeckung und Netzverfügbarkeit. In Davao war das Netz mit SMART deutlich besser, in Cebu schien Globe stellenweise besser zu sein, wir haben aber dennoch SMART weiter verwendet. Für SMS, mobile Daten lokale Anrufe habe ich im Juli insgesamt ca. 2.000 PHP (ca. 38€) ausgegeben.


Arbeiten / Coworking in den Philippinen

Die Auswahl von guten Orten zum Arbeiten in den Philippinen sind eher beschränkt. Das typische Nomadenverhalten nach dem Motto „ab ins nächste Cafe und von dort aus im WLAN big business im Tropenparadies betreiben“ läuft hier nicht so einfach. Die Suche nach einem Cafe mit zuverlässigem Internet dürfte sich eher schwierig gestalten. Ach die Instabilität der mobilen Netze lässt die Verwendung des Smartphone Hotspots eher in den Hintergrund geraten. Klar – kann alles klappen, aber wer zuverlässiges Internet benötigt, der muss ein wenig recherchieren im Vorfeld.

In den großen Städten werdet Ihr aber definitiv Coworking Spaces mit vernünftigem Internet finden. Wir waren im Coworking Space Tide in Cebu und sehr zufrieden. Hatte zwar optisch ein wenig was von einem Großraumbüro, dafür war das Internet top mit Downstream Raten von über 20Mbit. Einziges Manko die Öffnungszeiten: am Wochenende geschlossen und nachts nur beschränkter Zugang.

The Tide Coworking in Cebu bei einer nächtlichen Arbeitssession
Achtung: Egal wie schnell das Internet stellenweise im Land ist – Stromausfälle kommen überall vor und lassen sich nicht planen. Seid Ihr also beispielsweise für Live Video Konferenzen oder ähnliches auf 100%ige Internet Stabilität angewiesen, könntet Ihr enttäuscht werden. In den 4 Wochen vor Ort musste ich etwa 10 Mal meine Arbeit im Coworking Space für 5 Minuten unterbrechen, bis das Netz wieder da war. An den Wochenenden bei der Arbeit aus dem Apartment aus, gab es sogar 3 ganze Nachmittage ohne Strom und Internet.


Touristenfallen / Rechtliches

Unbedingt beachten sollte man die überaus harte Drogenpolitik im Land, selbst der Kontakt zu Konsumenten kann für Ausländer in den Philippinen strafrechtlich relevant werden. Der Besitz bereits geringster Mengen an Betäubungsmitteln wird mit bis zu lebenslangen Haftstrafen bestraft.

Für die Singles unter Euch dürften noch folgende Infos interessant sein:

Neben der im Internet oft berichteten „I’m pregnant with your baby-Abzocke“ gibt es noch eine ganz besondere philippinische Spezialität: auf Grund der Rechtslage, die intimem Kontakt zu verheirateten Personen auch bei Unwissenheit unter Strafe steht, kann es zu heiklen, teils inszenierten Situationen kommen. Unschön wird es, wenn plötzlich ein „aufgebrachter“ Ehemann bei Euch im Hotelzimmer steht und damit droht, Euch anzuzeigen, solltet Ihr nicht eine bestimmte Summe an ihn zahlen. Zu dieser Masche gibt es zahlreiche Foreneinträge im Internet. Hier muss letztendlich jeder selber wissen, wie er reagiert. Fakt ist allerdings, dass so eine Situation nur in nicht bewachten Wohnanlagen/ Hotels entstehen kann, wo jeder Besucher ohne Anmeldung Zutritt bis zu Euren Zimmern bekommt.

Aber generell gilt wie immer: Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf! ;)


Dating in den Philippinen

Auch wenn ich selbst auf Grund meines damaligen Beziehungsstatus nicht in den "Genuss" gekommen bin, kann ich aber zumindest bestätigen, dass dort als Westler alles ziemlich einfach ist. Lasst Euch nur eines geraten sein: meine philippinischen Freunde haben mir einige lustige Stories erzählt von Westlern, die zu spät bemerkt haben, dass es sich bei dem vermeintlichen weiblichen Fang des Abends nicht um eine weibliche Person handelte. Wer darauf steht wird sicher auch mit einem Ladyboy viel Spaß haben, wer nicht, sollte aber unbedingt höflich formuliert die Frage stellen, ob „100% woman or Ladyboy/Trans“.


Ein von Sebastian Wolff (@wanderseb) gepostetes Foto am


Insgesamt hatten wir eine tolle und intensive Zeit und werden ziemlich wieder die Philippinen besuchen, evtl. auch mal über einen längeren Zeitraum. Die gesammelten Eindrücke waren bunt und lebhaf und es gibt einfach noch zu viele wunderschöne Orte, die wir aus Zeitgründen nicht besucht haben. Mit den neuen Cebu Pacific Airlines Direktflügen von Bangkok rückt Cebu auch noch ein Stück näher an meine Nomaden Basis Thailand. :)



1 Kommentar:

  1. I was very pleased to find this site.I wanted to thank you for this great read!! I definitely enjoying every little bit of it and I have you bookmarked to check out new stuff you post.jogos friv gratis
    Jogos online
    jogos 4 school

    AntwortenLöschen

Powered by Blogger.